Partnerberatung

Indirekte Sexualtherapie aus der Ferne. Eine Untersuchung zur Auswirkung auf nicht behandelte Partner

Cognitive Behavioural Therapy, Gestalt psychotherapyResearchNon-randomized controlled trials or naturalistic studyGerman
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Abstract

Untersucht wurde die Veränderung sexueller Störungen von 67 Männern (35 in der Experimental-, 32 in der Therapiewartegruppe), deren Partnerinnen sich wegen primärer Anorgasmie allein - das heißt ohne ihren Partner - einer fünfwöchigen Gruppentherapie für anorgastische Frauen erfolgreich unterzogen. Mit den Frauen wurde eine Gruppentherapie in Anlehnung an Lobitz und Lo Piccolo, Barbach, Dodson von zehn Sitzungen a zwei Stunden - durch ein gemischtes Therapeutenpaar geleitet - durchgeführt, die als integrative Sexualtherapie aus einer Kombination von gestalttherapeutischen, verhaltenstherapeutischen und bioenergetischen Methoden bestand. Vor Beginn der Gruppentherapie litten insgesamt 42 Prozent der Männer dieser Frauen an einer sexuellen Dysfunktion. Mit Therapieabschluss waren 83 Prozent der Frauen durch Selbststimulierung und 34 Prozent durch koitale Stimulierung orgasmusfähig, was sich auf die sexuelle Dysfunktion der Partner so auswirkte, dass in der Experimentalgruppe die Erektionsstörungen von ursprünglich 17 Prozent auf 9 Prozent und die Ejaculatio Praecox von 34 Prozent auf 20 Prozent zurückgingen. Drei Monate nach Therapieabschluss war die Orgasmusfähigkeit der Frauen sogar 100 Prozent bei Selbststimulierung und 65 Prozent bei koitaler Stimulierung, was einen Rückgang der Erektionsstörungen auf 2 Prozent und der Ejaculatio Praecox auf 11 Prozent bewirkte. In den jeweiligen Kontrollgruppen ergaben sich keine bedeutsamen Veränderungen. Maßgeblich für dieses positive Ergebnis war eine Einstellungs- und Erwartungsänderung bei den Frauen.

APA citation

Wendt, H. (1979). Indirekte Sexualtherapie aus der Ferne. Eine Untersuchung zur Auswirkung auf nicht behandelte Partner. Partnerberatung, 16(1), 21-28.